Meine Endometriose

So meine Lieben, jetzt erzähle ich euch wie es mir mit meiner Endometriose, die ich jetzt liebevoll Rosie nenne, erging und Warum es bei mir so lange gedauert hatte, bis ich eine Diagnose erhalten habe.

Erstmal beginnen wir mit meinen Beschwerden:

  • Ich bekam meine erste Periode sehr früh, kurz vor meinem 11. Geburtstag. (Das kann, muss aber nicht, der erste Hinweis auf Endometriose sein).
  • extrem starke krampfartige Schmerzen (habe immer gedacht, dass ich sterbe) und sehr starke Blutungen. Die Schmerzen strahlten in die Beine. Dazu kamen noch Übelkeit und Erbrechen. Ich bin deswegen immer früher aus der Schule oder von der Arbeit nach Hause gegangen.
  • Schlafprobleme wegen der Schmerzen
  • Untersuchungen bei meiner Frauenärztin waren immer unangenehm.

Alle in meiner Umgebung haben gesagt, die Beschwerden wären normal während der Periode. Als „Kind“ und als Teenager glaubt das man erstmal auch. Als ich meinen ersten Freund hatte, habe ich die Pille verschrieben bekommen. Da waren die Beschwerden wie weggeblasen und habe auch deswegen auch nicht weiter nachgeforscht. Nach 11 Jahren Pille habe ich diese abgesetzt, da ich keine Lust mehr auf Hormone hatte. Ich wollte testen, wie mein Körper nach derart langer Zeit reagiert. Eine Weile konnte ich mich gut durchschlagen und hatte nur am ersten Tag noch Beschwerden. Ab meinem 30. Geburtstag wurde es aber rapide schlimmer. Meine Beschwerden hielten über alle 5 Tage der Menstruation an. Ich konnte deswegen nicht richtig schlafen. Teilweise haben auch Schmerzmittel nicht mehr geholfen. Deswegen musste ich immer öfter von der Arbeit fernbleiben, an Sport war auch nicht zu denken. Teilweise sind die Schmerzen dadurch nur noch schlimmer geworden, trotz starker Schmerzmittel. Die MedizinerInnen wollten mir immer die Antibaby-Pille verschreiben, ich aber wollte die Ursache herausfinden. Zu keinem Zeitpunkt wurde eine vernünftige Anamnese gestellt und ich traute mich halt nicht mehr offen über die Beschwerden zu reden und hatte auch schon die Hoffnung auf Hilfe aufgegeben.
Nach einem erneuten Versuch mit der Pille, der absolut nichts brachte, hatten Januar 2020 meine Mutter und ich regelrecht genug. Sie hat mich an ihre Frauenarztpraxis verwiesen. Ich bin zum Termin nur mit geringen Hoffnungen gegangen. Diesmal wurde ich ernst genommen. Die Ärztin meinte, dass es Endometriose sein kann, aber ich müsse eine Bauchspiegelung durchführen lassen, um Gewissheit zu erhalten. Ich erhielt eine Überweisung für das Albertinen Krankenhaus. Ich habe dort einen Termin zur Voruntersuchung, möglichen Behandlungsmaßnahmen und den genauen Ablauf einer evtl. notwendigen Operation erhalten. Am 24.02.2020 bin ich zum Krankenhaus gefahren und wurde untersucht. Die dortige Ärztin hat mich gründlich untersucht. Es hat sich herausgestellt, dass die Gebärmutterrückwand deutlich dicker war als die Vorderseite, ein deutliches Anzeichen für Endometriose. Sie hatte mir mehrere Behandlungsformen (incl. OP) vorgeschlagen. Ich hatte mich für die OP entschieden, da ich endlich Gewissheit haben wollte. Sie hat mir erklärt:
– wie die OP verlaufen, wird. Dabei werden die Endometriose Herde entfernt, wenn welche vorhanden sind.
– dass ich 4 Einstichstellen bekommen werde, durch die eine Kamera und das Operationsbesteck eingeführt werden und das die OP zwischen 20 und 60 Minuten dauern würde.

Während der Bauchspiegelung, die am 11.05.2020 war, hat sich logischerweise der Verdacht erhärtet das ich Endometriose habe und die meisten Herde konnten entfernt werden. Durch Corona kam es zu einer Verschiebung, was auch der lange Zeitraum zwischen dem Vorgespräch und der Operation erklärt.

Nach meiner Diagnose kamen in meinen Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis gemischte Reaktionen. In meiner Familie kannten ein paar Leute schon die Erkrankung. Bis dato kannte nur eine Freundin von mir die Endometriose und der Rest kam mit der Aussage „Endo was?“ und dachten es wäre eine Randerscheinung. Jetzt kann man von Glück reden, dass durch Aufklärungsarbeit von einigen Medizinern und von betreffenden die Endometriose mehr gehör bekommen hat.

Wichtiger Hinweis: Achtet in gewissen Dingen auf euer Bauchgefühl. In vielen Fällen liegt er richtig! 😉


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